Ratgeber · Kaufnebenkosten

Kaufnebenkosten in Baden-Württemberg 2026.

Kurz gesagt: Beim Immobilienkauf in Baden-Württemberg kommen zum Kaufpreis bis zu 10,57 % Nebenkosten hinzu: 5,0 % Grunderwerbsteuer, rund 2 % für Notar und Grundbuch und – falls ein Makler beteiligt ist – meist 3,57 % Maklerprovision. Bei 400.000 € Kaufpreis sind das bis zu 42.280 €. Diese Kosten sollten Sie in der Regel aus Eigenkapital bezahlen.
Im Einzelnen

Diese Nebenkosten fallen beim Kauf an.

Grunderwerbsteuer: 5,0 %

Die Grunderwerbsteuer legt jedes Bundesland selbst fest. In Baden-Württemberg beträgt sie seit November 2011 unverändert 5,0 % des Kaufpreises. Einen Freibetrag für Erstkäufer gibt es nicht. Der Notar meldet den Kauf dem Finanzamt, das anschließend den Steuerbescheid verschickt.

Notar und Grundbuch: rund 2 %

Der Notar beurkundet den Kaufvertrag und die Grundschuld für Ihre Bank. Das Grundbuchamt trägt Sie als Eigentümer und die Grundschuld ein. Die Gebühren sind gesetzlich festgelegt und liegen zusammen meist bei etwa 1,5 bis 2 % des Kaufpreises.

Maklerprovision: meist 3,57 %

Ist ein Makler beteiligt, teilen sich Käufer und Verkäufer beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses durch Privatpersonen die Provision in der Regel. In Baden-Württemberg zahlen Käufer häufig 3,57 % inklusive Mehrwertsteuer. Kaufen Sie ohne Makler, entfällt dieser Posten.

Rechenbeispiel

So hoch sind die Nebenkosten bei typischen Kaufpreisen.

Rechenbeispiel · kein Angebot
KaufpreisGrunderwerbsteuer (5,0 %)Notar & Grundbuch (ca. 2,0 %)Makler (3,57 %)Summe
300.000 €15.000 €6.000 €10.710 €31.710 €
400.000 €20.000 €8.000 €14.280 €42.280 €
500.000 €25.000 €10.000 €17.850 €52.850 €

Ohne Makler sinken die Nebenkosten auf rund 7 % – bei 400.000 € also auf etwa 28.000 €.

Wichtiger Hinweis: Unverbindliches Rechenbeispiel mit gerundeten Werten. Notar- und Grundbuchkosten hängen vom Einzelfall ab; die Maklerprovision ist Verhandlungssache und kann abweichen. Stand: Oktober 2026.

Für Ihre Finanzierung

Warum die Nebenkosten aus Eigenkapital kommen sollten.

Die Nebenkosten erhöhen den Wert Ihrer Immobilie nicht. Banken setzen deshalb meist nur den Kaufpreis – oder einen etwas niedrigeren Beleihungswert – als Sicherheit an. Wer die Nebenkosten mitfinanziert, hat einen höheren Beleihungsauslauf und zahlt in der Regel einen höheren Zins.

Als Faustregel gilt: Mindestens die Kaufnebenkosten sollten aus Eigenkapital bezahlt werden, besser zusätzlich 10 bis 20 % des Kaufpreises. Wie viel Immobilie zu Ihrem Einkommen passt, zeigt unser Ratgeber „Wie viel Haus kann ich mir leisten?“.

Häufige Fragen

Fragen zu den Kaufnebenkosten.

Wann muss ich die Grunderwerbsteuer bezahlen?

Nach der Beurkundung meldet der Notar den Kauf dem Finanzamt. Sie erhalten einen Steuerbescheid und zahlen innerhalb der darin genannten Frist, meist einem Monat. Erst danach kann die Eigentumsumschreibung im Grundbuch erfolgen.

Gibt es in Baden-Württemberg eine Befreiung für Erstkäufer?

Nein, Stand Oktober 2026 gibt es in Baden-Württemberg keinen Freibetrag oder ermäßigten Satz für Erstkäufer.

Fallen beim Neubau vom Bauträger auch Nebenkosten an?

Ja. Grunderwerbsteuer sowie Notar- und Grundbuchkosten fallen auch beim Kauf vom Bauträger an. Eine Maklerprovision entfällt, wenn kein Makler beteiligt ist.

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